Bürger im Landkreis Miltenberg - Mittelpunkt unserer Arbeit

 

Unsere Ziele

Mitgliedschaft


Ortsverbände


Landesverband


Freie Wähler Amorbach

Freie Wähler Großheubach

UWG-Bürgstadt

FW-Großwallstadt

Spessartland


Mit Frust in die Ferien

Lehrer: Bereich Miltenberg mit den meisten Einjahresverträgen in der Region - Gewerkschaft klagt über Benachteiligung

Bereich Miltenberg mit meisten Einjahresverträgen in der Region

Die Ferien in Bayern rücken näher, in Hessen ist es schon soweit: Die Kinder können mal durchatmen - und auch die meisten Pädagogen dürfen sich freuen. Für manche Lehrkräfte beginnt dagegen eine Phase ohne Job, ohne Geld und ohne Planungssicherheit - auch in der Region. Verbände schlagen Alarm, das Ministerium wiegelt dagegen ab.

Noch wenige Tage, dann ist es geschafft: Die Ferien beginnen. Darauf freuen sich alle Kinder. Bei den Lehrern trifft das nicht zu, vor allem in den Grund- und Hauptschulen gibt es zahlreiche befristet angestellte Pädagogen, die nicht wissen, was sie im Herbst erwartet: ein neuer Vertrag, eine Versetzung nach Oberbayern oder die Arbeitslosigkeit. Foto: dpa

Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) steigt jedes Jahr die Zahl der arbeitslosen Lehrer im Sommer sprunghaft an - vergangenes Jahr waren es mit einem Mal 5400 mehr. Im Herbst fallen sie dann wieder aus der Statistik. Das liegt an den befristeten Verträgen der Pädagogen, die Arbeitsagenturen regelmäßig erzürnen, denn letztlich würden die Länder ihre Pflichten zu Lasten der BA abwälzen.
Auch in Bayern kennt man das Problem. Glaubt man dem Kultusministerium, ist es aber ein vernachlässigbares, der überwiegende Teil von 95 Prozent der Lehrer sei verbeamtet.
Ganz anders hört sich das bei Lehrervertretern vor allem aus Grund- und Hauptschulen an, beispielsweise bei Horst Kern: Er ist Konrektor an der Kardinal-Döpfner-Volksschule Großwallstadt und Vorsitzender der Lehrergewerkschaft BLLV im Bereich Miltenberg - und sagt: »Das ist hochdramatisch für die jungen Lehrer.«
Um Lücken zu schließen, waren im auslaufenden Schuljahr in Unterfranken 235 Lehrkräfte eingestellt worden - im Rahmen eines Einjahresvertrages. Davon waren alleine 65 im Kreis Miltenberg beschäftigt, am gesamten sollen es rund 110 Junglehrer sein. Gestern wurde der für eine feste Planstelle notwendige Notendurchschnitt bekannt gegeben. Wer ihn erreicht, kann jubeln - aber die Freude darüber ist oft getrübt, denn dann heißt es fast immer: ab nach Oberbayern. Der Bezirk hat den stärksten Bevölkerungszuwachs, entsprechend hoch ist dort der Bedarf an Lehrern.
Für die Lehrkräfte bedeutet das aber auch, binnen weniger Wochen Wohnraum in einer teuren Boomregion finden. Für Alleinstehende mag das noch machbar sein, für junge Familien dagegen ist es ungleich schwerer. »Früher wurde darauf Rücksicht genommen, inzwischen kann es auch Lehrkräfte mit Kindern treffen«, klagt Kern.
Der Großteil der Nicht-Verbeamteten aber muss mit der Unsicherheit leben: Dabei haben jene noch Glück, die am Anfang des Jahres eingestellt wurden. Sie erhalten laut Ministerium Gehalt bis zum Herbst. Wer dagegen während des Schuljahres eingestellt wurde, wird entlassen.
Die Zahlen verheißen auch für das kommende Jahr keine Besserung. Zwar hat München im Wahljahr die Notenanforderung deutlich gesenkt, um so mehr Planstellen zu ermöglichen, für ganz Unterfranken sind aber laut Kern nur fünf vorgesehen, alleine der Bereich Miltenberg braucht nach BLLV-Zahlen 80 neue Kräfte, die Pensionäre ersetzen müssen. Die Konsequenz: »Auffüllen« mit befristeten Verträgen.
Dies ist nicht nur unbefriedigend für die Betroffenen, sondern auch für die Schulen. Kern: »Es wird immer schwieriger, das kommende Schuljahr zu planen«. Vor allem die Vorgabe, dass zwischen erster und zweiter Klasse sowie dritter und vierter kein Personalwechsel stattfinden sollte, sei immer schwieriger zu erfüllen, in 25 Prozent der Fälle sei das nicht mehr möglich. Verschärft wird die Situation dadurch, dass frustrierte Junglehrer nach Hessen abwandern.
Auch Hans Jürgen Fahn und Günter Felbinger, Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, beklagen die Situation: Die Benachteiligung im Kreis Miltenberg sei drastisch. »Man weiß heute schon den Mangel von morgen und befristet dennoch die Verträge, das ist eindeutig Sparpolitik auf dem Rücken der Lehrkräfte.« Außerdem kritisiert Felbinger, dass Rückversetzungswünsche von Unterfranken deutlich seltener erfüllt würden als solche von Lehrkräften aus Niederbayern. > Seiten 2 und 3 Andre Breitenbach

Hintergrund: Saisonale Lehrerarbeitslosigkeit - Im Sommer 2012 Anstieg um 5500

2012 - neue Zahlen liegen noch nicht vor - meldeten sich nach einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) in den Sommerferienmonaten rund 5400 Lehrerinnen und Lehrer zusätzlich arbeitslos.
»Die Hauptursache dürfte in einer größeren Zahl an befristet beschäftigten Lehrkräften liegen, deren Verträge mit Beginn der Sommerferien enden«, schreibt die BA. Eine eventuelle Anschlussbeschäftigung erfolge nicht nahtlos, sondern erst mit Beginn des neuen Schuljahres. Die betroffenen Personen müssten sich daher mindestens für die Dauer der sechswöchigen Sommerferien arbeitslos melden.
Besonders betroffen sind laut Agentur jüngere Lehrkräfte, vor allem auch Frauen. Insgesamt betrachtet ist die Zahl wieder rückläufig, so gab es 2011 rund 5800 zusätzliche arbeitslose Lehrkräfte, 2010 waren es 5000, 2009 rund 4400.
Den größten Anstieg - relativ als auch absolut - hatte 2012 Baden-Württemberg (2012: plus 1600), in Bayern plus 850 (Tendenz fallend), in Hessen gab es 2012 einen Sommer-Zuwachs von 470 (Tendenz deutlich fallend). (Andre Breitenbach)

sachbezogen.
unabhängig.
bürgernah.

AGENDA 2026

Ein Klares "Nein" zu den
Handelsabkommen
mit USA und Kanada
TTIP & CETA
bitte hier klicken ...

EINLADUNG zum
Jahresempfang
der freien Wähler
im Landkreis MIL
bitte hier klicken ...

   

Freie Wähler