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Erlenbacher Eltern fordern mehr Lehrer für die Grundschule

Lehrerversorgung: Mit einer Unterschriftenaktion fordern Eltern mehr Planstellen und längere Verträge für Grundschulen

»Kinder brauchen Bezugspersonen«
Immer wieder neue Gesichter: An der Dr.-Vits-Grundschule in Erlenbach ist das für die Kinder nichts Neues. 
Alljährlich wird dort etwa ein Drittel des Kollegiums ausgetauscht. Die neuen Lehrer bekommen meist Ein-Jahres-Verträge, für feste Beamtenstellen müssen sie nach Oberbayern.
Dagegen wehrt sich der Elternbeirat seit Langem.

Jetzt hat Elternbeiratsvorsitzende Nicole Hartig eine kreisweite Unterschriftenaktion gestartet gegen die hohe Lehrerfluktuation.
»Wir wollen mit den Unterschriften der Eltern weiter Druck machen«, sagt Nicole Hartig. Erst im Februar war eine Petition des Elternbeirats im Bildungsausschuss des bayerischen Landtags an FDP und CSU gescheitert (siehe Hintergrund). Weil das Problem auch andere Grundschulen betrifft, hat Hartig alle Elternbeiräte im Kreis informiert.
Listen-Übergabe am 21. Juni
Etwa 650 Unterschriften sind es derzeit, schätzt Hartig. Die Listen übergibt sie am Freitag, 21. Juni, dem SPD-Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden des Bildungsausschusses Martin Güll. Lehrerwechsel sind an Grundschulen nicht unüblich. Doch sollen die Kinder zumindest in den Jahrgangsstufen 1/2 und 3/4 denselben Klasslehrer haben, schreibt Paragraf 6 der Lehrdienstordnung vor. »Die Kinder sind noch klein und brauchen feste Bezugspersonen«, sagt Hartig.
Als Betreiberin der Grundschulmensa bekommt die Mutter von vier Töchtern das täglich mit: »Oft gilt das Wort der Lehrer mehr als das der Eltern.« Wenn der geliebte Klasslehrer nach einem Jahr verschwindet, seien die Kinder »total durcheinander«.
»Da wird geheult ohne Ende«, sagt Hartig, teils bis in die Sommerferien. »Die Kinder verstehen das einfach nicht, wenn Sie ihnen etwas vom demografischen Wandel erzählen und dass in Oberbayern Lehrer fehlen.« Statt dessen sagen sie: »Wir brauchen ihn aber auch!«
Dass die Schülerzahlen am Untermain sinken und deshalb künftig weniger Lehrer nötig sind, bestreitet Hartig nicht grundsätzlich. Die Argumentation greife an ihrer Schule aber nur bedingt. »Im Vergleich zu anderen Orten ist die Schülerzahl in Erlenbach relativ konstant«, sagt Hartig. Sie hat sich für die nächsten fünf Jahre die Zahlen von der Stadt geben lassen.
Hinzu kommt, dass mehr als 50 Prozent der Kinder ausländische Wurzeln haben. In einer solchen Situation seien häufige Lehrerwechsel besonders fatal und kleinere Klassen wichtig. Deshalb dürfen an solchen Schulen in einer Klasse maximal 25 Schüler sein.
An dem Migrantenanteil hat sich seit Jahren nichts geändert, ebenso wenig an den Ein-Jahres-Verträgen. Von den Neuzugängen wollen einige so schnell wie möglich wieder weg, weil andernorts Partner und Familie warten. »Das kann ich verstehen«, sagt Hartig. Dass die Region nicht attraktiv für die Bewerber sei, kann sie aber nicht mehr hören. Sie kennt mindestens zwei Lehrer, die am liebsten wieder nach Erlenbach zurück würden. Eine Stelle gab es für sie aber nur in Oberbayern.
Einer von ihnen ist der ehemalige Klasslehrer ihrer Tochter Celine. Ein 28-jähriger Lehramtsanwärter, der Schwarm seiner reinen Mädchenklasse. Nach einem Jahr musste er weg, es folgte ein Kollege, der ein Jahr vor der Pension stand. »Sie hat sich mit der Umstellung schwer getan«, erinnert sich Hartig. Der Junglehrer wäre nur zu gern geblieben. Trotzdem sieht Hartig keine Chance, dass er zurückkehrt. Der Grund: Er ist nicht verheiratet und hat keine Kinder, die beim Versetzungsantrag helfen.
Männer kommen nicht mehr zurück
Dabei würden mehr männliche Bezugspersonen den Kindern gut tun, findet die Elternbeiratsvorsitzende. An der Grundschule Erlenbach unterrichten gerade einmal vier Lehrer. Von den 16 Klassen haben 14 eine Klasslehrerin.
Dies berge ein weiteres »Risiko«: Bekommt eine der Lehrerinnen ein Kind, erhält ihre Vertretung meist einen Ein-Jahres-Vertrag. »In der Regel steigt die Mutter nicht wieder mit voller Stundenzahl ein«, erklärt Hartig. »Dann haben sie trotz Planstelle nur acht Unterrichtsstunden, damit können Sie keine Klassenführung übernehmen.« Mit ein Grund, weshalb die Unterschriftenaktion nicht nur mindestens Zwei-Jahres-Verträge, sondern auch ausreichend Planstellen fordert. Sprich: mehr.
Schulleiter Andreas Bieber unterstützt das Anliegen der Eltern. Die ständigen Wechsel sind auch für sein Kollegium eine Herausforderung. »Viele Dinge müssen wir immer wieder neu diskutieren,«, sagt Bieber. Lehrer gehen in Pension, werden schwanger oder bewerben sich weg, das sei ganz normal. Doch die Jahresverträge verschärften die Situation. Letztes Jahr hat Bieber wieder neun Lehrer verabschiedet, etwa ein Drittel des Kollegiums. Katharina Wojczenko

Hintergrund: Unterlagen für Unterschriftenaktion

Elternbeiräte, die sich kurzfristig noch an der Unterschriftenaktion beteiligen wollen, können die Unterlagen per E-Mail an elternbeirat.drvits@gmail.com in Erlenbach anfordern. Knapp eine Woche bleibt bis zur Listen-Übergabe. »Ich bin dankbar für den Druck, den die Eltern machen«, sagt Schulamtsleiter Engelbert Schmid. Die hohe Lehrerfluktuation betref-fe auch andere Schulen im Kreis: »Kontinuität ist wichtig für die Kinder.« (Katharina Wojczenko)

Einmaleins aus einer Hand: Grundschulkinder tun sich schwer, wenn ihre Klassenlehrer häufig wechseln. An vielen Schulen im Landkreis bekommen Junglehrer nur Jahresverträge. Für feste Stellen müssen sie nach Oberbayern ziehen. Der Elternbeirat der Erlenbacher Dr.-Ernst-Hellmut-Vits-Volksschule sammelt deshalb Unterschriften. Agenturfoto: Patrick Pleul/dpa

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